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Entstehungsgeschichte

Den ersten Factory Outlet weltweit gründete Harold Alfond, der Inhaber der Dexter Shoe Company. Seine Idee, überschüssige Ware auf diese Weise zu veräußern, wurde von vielen Herstellern übernommen. Bereits 1971 wurde in den USA, in Pennsylvania eine Bündelung dieser Art Läden getestet. Im Laufe der Jahre wurde die Idee verbessert und es entstanden mehrere, ca. 300 dieser Factory Outlet Center in den USA. Die amerikanische Firma Simon Property Group wiederum hatte die Idee, solche Outlet Stores in einem großen Zentrum zusammen zu ziehen. Sie kauften westlich von Fort Lauderdale in Florida ein Gelände in der Größe von ca. 222.000 qm und gründeten ein Einkaufszentrum für Outlet Stores “Sawgrass Mills“. Es ist mit über 300 Läden das größte Outlet Zentrum weltweit.

Mit Factory Outlet Center (FOC) auf Deutsch auch Fabrikverkaufszentrum (FVZ), Herstellerdirektverkaufszentrum (HDVZ) oder auch Fabrikabsatzzentrum wird eine Vertriebsform des Einzelhandels bezeichnet. In solch einem Zentrum bieten viele Hersteller ihre Markenartikel verbilligt an. Diese Zentren werden außerdem von einem Betreiber gemeinsam verwaltet. Angeboten werden auf einer Verkaufsfläche von mehr als tausend Quadratmetern und in bis zu 100 oder mehr Läden hauptsächlich Bekleidung, Schuhe und Sportartikel. Inzwischen werden auch andere Gebrauchsgegenstände angeboten. Bei einem Fabrikverkauf z. B. bietet nur ein Hersteller seine Waren an.

Seit 1984 wurden in Frankreich die ersten Outlet Zentren Europas eröffnet. Damit wurde auch der europäische Markt für diese Verkaufsform entdeckt. Die Amerikaner investierten seit 1988 in Großbritannien und verhalfen den Outlet Zentren zum Aufschwung. Großbritannien hat z. Z. ca. 40 Factory Outlet Zentren und damit die meisten Outlet Zentren Europas. Deutschland besitzt mittlerweile auch einige Factory Outlet Zentren.

Einen passenden Standort zu finden ist nicht einfach. Meistens wird der Standort eines Factory Outlet Zentrums von der Einwohnerzahl abhängig gemacht. Drei Millionen Einwohner sollten innerhalb ca. einer Stunde das Zentrum erreichen können. Oft befinden sich diese Zentren außerhalb der Orte, da sie den Kunden, die mit dem Auto anreisen, auch die entsprechenden Parkplätze anbieten müssen. Die größte Widerstandsgruppe gegen diese Art Einkaufszentren bildet sich aus den Einzelhandelsverbänden, Gewerkschaften, Industrie- und Handelskammern und der Umweltorganisation. Befürchtet wird ein ungleicher Wettbewerb, Geschäftsaufgaben durch Umsatzrückgänge, Arbeitsplatzverluste und ökologische Probleme. Obwohl sich seit 1996 internationale Unternehmen stark für Factory Outlet Zentren in Deutschland engagieren, scheiterten die meisten, aufgrund des Widerstandes der staatlichen Raumordnung oder Regionalplanung. Die Regionalplanung hat u. a. die Aufgabe, vorgesehene Flächen für den Einzelhandel, die den Vorgaben der Landesplanung entsprechen, auszuweisen, um unerwünschten Wildwuchs, der auf kommunaler Ebene entstehen kann, zu vermeiden. Dieses Gesetz besteht seit 1973 in den deutschen Bundesländern.

Trotz des Widerstandes sind in Deutschland zwischenzeitlich einige Factory Outlet Zentren enstanden. Für die Zukunft sind weitere geplant und vorgesehen. Für die Gemeinden sind diese Zentren bedeutungsvoll, bringen sie doch Arbeitsplätze und viele Besucher in ihre Region.

Über 80 % der Kunden geben ein positives Urteil über die Factory Outlet Zentren ab. Sicher gibt es auch enttäuschte Kunden. In einem Geschäft, in denen Markenware zu einem Preis verkauft wird, der zwischen 20 bis 70 % unter dem Verkaufspreis liegt, kann man nicht erwarten, alles in großer Auswahl und allen Größen vorzufinden. Der Sinn dieser Läden besteht darin, überschüssige Ware aus der Vorsaison zu verkaufen.

Kunden, die seit Jahren in solchen Läden einkaufen und sich sehr gut auskennen, berichten, dass sich im Laufe der letzten Jahre zweierlei Arten von Outlet Stores entwickelt haben. Da sind zum einen die richtigen Fabrikläden und zum anderen die allgemeinen Outlet Stores. Durch die extreme Nachfrage wurde der Markt mit Outlet Stores überflutet. Viele dieser Outlet Stores verkaufen nicht markierte und mangelhafte Ware und neigen dazu neue Modelle, die speziell für den Outlet Store entworfen wurden, anzubieten. Läden, die nur einen Markenartikel (z. B. eine Bluse in allen Größen und Farben) anbieten, sind meistens keine reinen Fabrikläden. In den neuen großen Outlet Zentren wird mittlerweile klar zwischen den Läden, in denen für den Verkauf entworfene Mode verkauft wird, und den traditionellen kleinen Läden, die überschüssige Ware verkaufen, differenziert.